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Nobelpreise nachgeforscht

Die Nobelpreise des Jahres 2009 für Medizin und Chemie haben unser Erbgut zum Thema. Liefern sie nun Erkenntnisse für das Jungbleiben?  

Drei Vorträge – drei Perspektiven auf Wissenschaft!

 Im Anschluss an die Vorträge gibt es bei Saft und Brezeln die Möglichkeit zur Diskussion. 

Veranstaltungsort ist der Historische Sitzungssaal der Kaufmannschaft im Innovationszentrum Lübeck, Breite Straße 6-8, Lübeck.

 Um Anmeldung wird gebeten: krischak@innovations-campus.de Eintritt ist frei.  

 

Termine

Mittwoch, 10. Februar 2010, 19 Uhr, "Alles Nobel? ..."

Mittwoch, 17. März 2010, 19 Uhr, "Neue Krebstherapie? ..."

Mittwoch, 14. April 2010, !9 Uhr, "Bauplan des Lebens entschlüsselt? ..."

 

 

Telomere: Die Schlüssel für neue Wirkstoffe gegen Tumorzellen - Von den Enden der Chromosomen zum Anfang einer neuern Krebstherapie

 

Mittwoch, 10. Februar 2010, 19 Uhr

Alles Nobel?

Ein Preis und seine Wirkung

 

Prof. Dr. med. Cornelius Borck, Leiter des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck

 Den Nobelpreis kennt jeder; kein anderer Preis erntet soviel Renommee. Vor allem für Wissenschaftler gibt es schlicht keine höhere Auszeichnung. Aber wer war der Mann hinter den Preisen? Wie kam Alfred Nobel auf die Idee und welche Absichten verfolgte der Dynamit-Fabrikant mit der Stiftung der Preise? Warum wird der Friedensnobelpreis in Oslo vergeben, die anderen aber in Stockholm? Warum wollte Hitler den Nobelpreis verbieten? Wer sucht die Preisträger aus, wo hat sich das Komitee vielleicht geirrt und was musste in gut hundert Jahren Preisgeschichte angepasst werden?

  

Mittwoch, 17. März 2010, 19 Uhr

 

Telomere: Die Schlüssel für neue Wirkstoffe gegen Tumorzellen - Von den Enden der Chromosomen zum Anfang einer neuern Krebstherapie

PD Dr. Bärbel Kunze, Universität zu Lübeck, Institut für Biologie

Für die Entdeckung der Telomere haben Elisabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak 2009 den Nobelpreis für Medizin erhalten.Die US-Biologen entwickeln neue Therapieansätze gegen das Altern und insbesondere gegen Krebs.

Sie fanden heraus, dass sich die Chromosomen in den meisten Körperzellen von Teilung zu Teilung verkürzen: je älter – umso kürzer die Telomere. Dieses Prinzip gilt nicht für Stammzellen und Keimzellen; in ihnen sorgt das Enzym Telomerase für eine konstante Chromosomenlänge und damit für unbegrenzte Zellteilung. Während die Aktivität der Telomerase in diesen Zellen erwünscht ist, verhilft sie andererseits den meisten Tumorzellen zu unkontrolliertem Wachstum. Dieses Wissen wird für die Entwicklung von Wirkstoffen genutzt, die die Zellteilung in Tumorzellen kontrollieren und hemmen sollen. Sie werden zurzeit in klinischen Tests erprobt.

 

Mittwoch, 14. April 2010, 19 Uhr

 

Vom Erbgut zu neuem Leben - Molekularer Bauplan des Lebens entschlüsselt

Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld, Universität zu Lübeck, Leiter des Instituts für Biochemie

Für ihre Forschungen über Struktur und Funktion der Ribosomen auf molekularer Ebene haben die Wissenschaftler Venkatraman Ramakrishnan (UK), Thomas A. Steitz (USA) und E. Ada Yonath (Israel) den Nobelpreis Chemie 2009 erhalten. Eigentlich sind sie Biologen. Den Nobelpreis für Biologie gibt es aber nicht. Kein Grund, ihre Forschungsleistungen zu übersehen. Dank ihrer Erkenntnisse gelingt es der Molekularbiologie dem Leben auf den Grund zu gehen. Dazu verwendeten alle drei die Methode der Röntgen-Kristallstrukturanalyse, um die Positionen jedes einzelnen der viele Hundert bis viele Tausend zählende Atome zu 'kartografieren'. Eine Arbeit, die es ermöglicht, die Funktionsweise der Ribosomen im Detail zu verstehen. Dieses Wissen ist für die Medizin von besonderer Bedeutung, da es hilft die Entwicklung neuer Antibiotika voran zu treiben.